DIAKONIE Jubiläum: 25 Jahre Fachberatung Wohnungsnot im Oberbergischen Kreis

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„Menschenwürde darf keine Frage der Wohnsituation sein“, hieß es bei der Jubiläumsveranstaltung in Gummersbach. 

Seit 25 Jahren gibt es die Fachberatung Wohnungsnot (FBS) im Oberbergischen Kreis. Das Jubiläum wurde mit einer Veranstaltung in Gummersbach, im InnoHub Bergisches Rheinland e. V., gefeiert. Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Träger stellten den Jubiläumsfachtag „Scham – Menschenwürde – Wohnungsnot“ sowie die Bedeutung der Fachberatung für den Oberbergischen Kreis vor.

Die Fachberatung Wohnungsnot besteht seit dem 1. Dezember 2000 als trägerübergreifende Kooperation der Diakonie Michaelshoven Soziale Hilfen gGmbH, der Diakonie „Kirchenkreis An der Agger“ sowie des Caritasverbandes für den Oberbergischen Kreis e. V. 

„Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Probleme“, betonte Wilfried Fenner, Leiter der Fachberatungsstelle Wohnungsnot. „Seit 25 Jahren setzen wir uns dafür ein, dass Menschen in existenziellen Notlagen niedrigschwellig Unterstützung erhalten. Unser Ziel ist es, die Selbsthilfekräfte zu stärken und das respektvoll sowie auf Augenhöhe.” 

Der Fachtag widmet sich insbesondere der Rolle von Scham im Kontext von Wohnungsnot und der Frage, wie Menschenwürde im Hilfesystem gesichert werden kann. 

„Scham wirkt oft unsichtbar, aber sie beeinflusst maßgeblich, ob Menschen Hilfe überhaupt in Anspruch nehmen“, sagte Dr. Stephan Marks. „Ein würdevoller Umgang und ein niedrigschwelliger Zugang sind deshalb zentrale Voraussetzungen erfolgreicher sozialer Arbeit.“ 

Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit und Integrität

Dr. Oliver Cremer, Leiter der Diakonie „Kirchenkreis An der Agger“, beschreibt es so: „Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit und Integrität sind mehr als Werte – sie sind die Basis gelingender Zusammenarbeit mit Menschen.“

„Die Fachberatung Wohnungsnot ist ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur im Oberbergischen Kreis“, sagt Susanne Hahmann, Geschäftsführerin der Diakonie Michaelshoven Soziale Hilfen gGmbH. „Sie verbindet konkrete Hilfe für Betroffene mit einer starken Vernetzung aller relevanten Akteure.“

„25 Jahre Fachberatung Wohnungsnot bedeuten auch 25 Jahre gemeinsame Verantwortung“, erklärt Birgit Pfisterer vom Caritasverband für den Oberbergischen Kreis e.V. „Die Trägerkooperation zeigt, wie wirkungsvoll Zusammenarbeit im Sozialraum sein kann.“

Ziel bleibt es, Wohnungslosigkeit wirksam zu begegnen und die Menschenwürde der Betroffenen dauerhaft zu sichern. Der Kirchenkreis An der Agger ist  Träger der Beratungsstelle in Waldbröl mit der Mitarbeiterin Kerstin Hartwig vor Ort. 

www.ekagger.de | jth | Text: wf | Foto: Susanne Hahmann 

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Die Trägervertreter im Gespräch mit dem Theologen Rainer Schmidt (v. li.), theologischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven e. V.. Wilfried Fenner ist Leiter der Fachberatungsstelle Wohnungsnot in Gummersbach. Im Gespräch waren auch Dr. Bodo Unkelbach, Leiter der Klinik für seelische Gesundheit Marienheide und Chefarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, Jeanette Rath, Expertin in eigener Sache, Bewohnervertreterin der Wohnhilfen Oberberg, Andreas Zimmermann, Landschaftsverband Rheinland (LVR), Abteilungsleitung Hilfe zu Überwindung besonderer Schwierigkeiten und Martin Kositza – digital dazugeschaltet, Fachreferent der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe aus Berlin.